Schmuck in den schmucken Bergen
Ich könnte ja nun sagen, ich hätte den Schmuckkurs zum Thema „Verschlüsse und Verbindungen“ eigens belegt, um mich auf die neue Neuöttinger Marktdult vorzubereiten. Das stimmt – und ist doch nur
die halbe Wahrheit. Tatsächlich habe ich in dem autofreien Schweizer Bergdorf Braunwald auf etwa 1250 Metern Höhe bei Kursleiter Felix Stüssi, bei dem ich vor fünf Jahren in Freiburg schon einmal Verschlüsse fertigte, unter anderem auch Ösen speziell für den „Öttinger Pfennig“ gearbeitet. Und Letzterer stammt ja bekanntlich aus Handprägung beim Trachtenmarkt im Rahmen der Neuöttinger Dult des Jahres 2019. Jetzt endlich, coronabedingt drei Jahre danach, bin ich selbst als Ausstellerin bei den Märkten der neuen Neuöttinger Marktdult vertreten. Mit im Gepäck – natürlich der Pfennig, aber auch viele andere hübsche Schönigkeiten, die nicht nur zur Tracht richtig gut passen.
Zur Woche in den Schweizer Bergen muss noch Eines festgehalten werden: Ich, sonst urlaubsmäßig immer an der See zuhause, habe die Faszination der Berge genossen, habe hier meinen Lieblingsberg gefunden – es ist nicht der Dreitausender namens „Tödi“ mit seiner Schneekappe mitten im heißen Bergsommer, sondern der
daneben liegende 2717 Meter hohe „Ortstock“. Der gefällt mir, weil er so schräg „gefaltet“ ist. Ich habe ein heftiges nächtliches Berggewitter erlebt – da hat der Donner ordentlich im Haus gerumpelt. Und: Ich habe meine erste Bergwanderung hinter mich gebracht – dank eines „Nordic-Walking-Stöcklis“ vom
Kursleiter und – nicht zu unterschätzen – vor allem auch der stützenden Hand meines Ehemannes, sobald es steiler bergab ging. Die Tour dauerte etwas länger als sonst bei den Schmuckkursen üblich – ich war halt doch als Greenhorn ein bisschen langsam. Ergebnis: Eine Blase (nur..) und reichlich Muskelkater. Der steckt mir heute noch in den Knochen. Aber: Ein

unvergessliches Erlebnis. Ob es ein Einmaliges bleiben wird, wird sich
weisen…. (ina/Fotos: Attenhauser)

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei und von daher möchte man meinen, dass es jetzt auch wirklich klappen muss: Zum dritten Mal im dritten Jahr habe ich mich jetzt für den Neuöttinger Trachtenmarkt im Rahmen der Dult angemeldet. Zweimal habe ich die Zusage bekommen, doch zweimal hat der Markt bisher coronabedingt abgesagt werden müssen. Im vergangenen Jahr wäre erstmals auch die Premiere des „Bauernsommers“ gewesen – auch das war coronabedingt leider nix…. Heuer gibt es wieder einen neuen, einen dritten Markt: „Handgmacht“ heißt er – und schließt sich an Bauernsommer und Trachtenmarkt an. Aller guten Dinge sind somit nicht nur drei Versuche, sondern nun auch drei Märkte, bei denen ich mit meiner Schmuckstrickerei Kettenherz, bei der nun auch handbemalte Seidentücher mit im Programm sind, gern vertreten wäre. Schließlich kommt ja auch ein Schmuckstück, das bei der Dult des Jahres 2019 gewissermaßen entstanden ist, wieder zur Dult zurück: Der Neuöttinger Pfennig, damals als Silbermünze geprägt und mit Silberstrick zu Schmuck verarbeitet. So gilt also auch bei diesen Anmeldungen wieder das Prinzip Hoffnung, um dabei sein zu können – allen Unkenrufen um Omikron und noch stets gegebener Impfunwilligkeit zum Trotz: Es muss doch einfach mal wieder einfach gut werden.
Es gibt Neues im Shop der Schmuckstrickerei Kettenherz: Ab sofort sind auch handgemalte Seidentücher im Sortiment dabei - ein echter Farbenrausch. Gearbeitet wird 90 mal 90 Zentimeter großen Tüchern, zumeist aus einer leichten Seide der Qualität Pongé Nummer 5 oder einer festeren Variante der Niummer sechs. Das Tuch wird zuerst auf einen Rahmen gespannt und dann kann das Mal-Vergnügen losgehen. Nach dem „Farben-Rausch“ wird das Tuch dampfgebügelt und damit waschecht fixiert und schließlich handrolliert. Diese Tücher sind immer wieder ein einzigartiges Accessoire, das sanft und angenehm zur Haut ist. Nebenbei schützt es seine Trägerin nicht nur vor Wind, Regen, Kälte oder Sonne, sondern macht einfach richtig viel Spaß und schaut klasse aus. Einzigartig eben. Da gibt es kunterbunte Karos, wild ineinander fließende Farben zu Themen wie Mut und Kraft oder Ruhe und Harmonie und sogar einen ganzen Strand oder den Himmel über der Welt. Ganz nach Lust und Laune. Und wie bei den Ketten gilt auch hier: Jedes Stück ist ein absolutes Unikat, so einzigartig wie seine Trägerin auch.
Mein Föhr/Amrumer Deckenprojekt mit Wolle von Föhrer Schafen wächst: Endlich bin ich am Wasser angekommen - wie "in echt" braucht der Weg über die Wandelbahn, den Kniepsand und die Dünen bis zum Flutsaum bei Wittdün richtig viel Zeit. Natürlich auch deswegen, weil es unterwegs im Sand und in den Dünen inmmer so viel zu sehen gibt. Jetzt jedenfalls kann ich die blauen Farben verstricken: friesisch blau in hell und dunkel. Das Wollprojekt ist eine echte Herzensangelegenheit und liegt in der neuen Wertschätzung für die Wolle von Schafen begründet. Ich finde es einfach schön, dass der "Pelz" der Schafe, die unter anderem den Föhrer Deich sichern und als "Samentaxi" für Pflanzen gelten, auch wieder richtig gut bezahlt wird. Freilich ist dadurch die Wolle nicht wirklich günstig und davon 15 verschiedene Farben zu kaufen - weil sie gar so schön sind - ist schon ein Luxus für sich. Aber bei "Schwarzbrot", "Pflaumenmus", "Sandstrand"; "Dünengras", "Friesisch blau" oder "Reetgrau" konnte ich nicht widerstehen, zumal die Idee, einen Strand zu stricken, schon lange in meinem Kopf hin und her geisterte. Nun wird daraus die erste Decke meines Lebens, die ich selbst stricke - sonst stricke ich eigentlich immer sogenanntes "Nützliches" wie Pullover oder Jacken. Aber ich freue mich schon darauf, mich von ihr, meiner Strand-Decke, im Winter wärmen zu lassen, vom Strand zu träumen oder in Gedanken im Nordseewasser baden zu gehen. Bis dahin ist zwar noch eine Weile hin, denn meine Decke wird aus drei Schals bestehen - aber wenigstens: Ich bin schon mal am Wasser angekommen. Und freue mich, wie eine Bekannte schrieb, aufs "Wellenreiten mit den Paddeln - den Stricknadeln". Weil: Zwischendurch muss man auch mal mit Wolle stricken.
Und wenn die Zahlen noch so hoch sind: Auch im Jahr zwei nach Beginn der Corona-Pandemie gilt das Prinzip Hoffnung. In diesem Fall im Zusammenhang mit der Neuöttinger Dult 2021, tapfer und voller Zuversicht geplant von der neuen „Dultbürgermeisterin“ Heike Wienzl. In der Hoffnung, dass bis dahin alle geimpft sind, die Zahlen gesunken sein werden und die Dult auch wirklich stattfinden kann, wird bei der Dult 2021 erstmals auch die Schmuckstrickerei Kettenherz mit vertreten sein – bei der Premiere des „Bauernsommers“ am Samstag, 14. August, und tags darauf beim Neiädinger Trachtenmarkt. Mit im Gepäck: Handgestrickter Silberschmuck vom Trachtenmarkt für den Trachtenmarkt: Ketten mit dem „Öttinger Pfennig“, der beim Trachtenmarkt 2019 auf der historischen Spindelpresse des Stadtmuseums Neuötting aus Silber selbst geprägt wurde – eine echte Besonderheit. Dazu zeitlos elegante, immer einzigartige Ketten, Armbänder und Ohrringe aus gestricktem Silber, kombiniert mit Edelsteinen oder Süßwasserperlen.