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Ein bisschen Kleopatra steht jeder Frau, möchte man meinen. Die ägyptische Pharaonin Kleopatra gilt gemeinhin als Inbegriff klassischer Schönheit. Diese flache, breite Kette erinnert mich an die Schmuckstücke aus Ägypten und an den Schmuck, den Kleopatra getragen haben mag. Genauso wie die Assoziation zu Kleopatra bleibt die zu ihrer „Kollegin“ Nofretete. Jene ist vor allem deswegen im Gedächtnis, weil ihre Büste, die im Ägyptischen Museum Berlin zu sehen ist, so beeindruckend schön ist und den Schmuck der Pharaoninnen so farbig darstellt.
„Beschreiben nutzt nichts, ansehen“ soll der Leiter der Grabungen, bei der diese Büste zutage kam, in das Grabungstagebuch geschrieben haben. Wie aber meine Kette mit Nofretete verbinden? Zum Glück kann ich ja besser stricken als gegenständlich malen – dennoch wagte ich den Versuch, diese breite flache Kette der Nofretete quasi anzulegen. Mangels entsprechend großer Vorlage und um urheberrechtlich auf der sicheren Seite zu bleiben, griff ich zu den Aquarellstiften. Das Ergebnis bleibt ein Versuch – aber ich kanns einfach nicht lassen und will ihn nicht ganz für mich behalten.
Für die Kette mag das Zitat des Grabungsleiters ebenfalls greifen – beschreiben ist hier zwar ein bisschen leichter, ansehen schadet aber nie. Um auf den Geschmack zu kommen, hier dazu ein paar Bilder.
Die 25 Millimeter breite und 55 Zentimeter lange Kette ist auf einer großen Liesel mit 14 Dornen gestrickt, flach gelegt und so zurechtgezupft, dass sie mit ihren 43 Gramm Gewicht auch schön flach auf dem Dekollete ihrer Trägerin anliegt. Geschlossen wird sie mit einem handgearbeiteten Verschluss – ein Ergebnis meines Schmuckkurses in den Schweizer Bergen im vergangenen Sommer.
Ein wahrlich königliches Stück - und das ist nicht nur britisch aktuell zu sehen. Passend dazu gibt es einen Armreif mit einem Band als „Verschluss-Versteck“ – alles natürlich aus echtem Sterling-Silber.
Ansehen geht hier freilich auch – zum Beispiel demnächst beim Trachtenmarkt in Neuötting am 15. August. Oder mit Terminvereinbarung bei einem Werkstattbesuch.
Was mich betrifft: Ich denke, ich fahr bei Gelegenheit mal wieder in ein Museum nach Berlin. Dieses Mal will ich dann Nofretete einen Besuch abstatten….
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Das jüngste Werkstatt-Wochenende in Freiburg hat ganz nebenbei dafür gesorgt, dass die Werkstatt der Schmuckstrickerei Kettenherz nun um eine neue „Mitarbeiterin“ reicher ist: Die neue „Kollegin“ hatte sich zuletzt in einem Keller aufhalten müssen, ganz allein und ohne Arbeit. So staubte sie vor sich hin, das Öl. das sie einst schmieren sollte, verharzte, dafür setzte sich flugs der Rost an. Ihr „Arbeitsgesuch“ fand sich in eben der Werkstatt in Freiburg, in der ich das Wochenende arbeitete. Schnell waren die Verbindungen geknüpft - und die Kollegin aus dem Schwarzwald, deren Chefin sich anderen Inhalten widmete, wird nun ihre Arbeit in Oberbayern verrichten. Nach einer gründlichen Generalüberholung strahlt das über 30 Kilogramm schwere Stück auch wieder fast im alten Glanz. Ein paar Rost-Macken hat sie zwar noch, aber das wird sie wohl kaum dauerhaft an der Arbeit hindern. Macken haben wir schließlich alle. Und so eine Walze hat ja eigentlich nur ein Ziel: Blech und Drähte walzen. Ich freu mich jedenfalls schon darauf, mit Hilfe meiner neuen „Kollegin“ ganz andere, neue Schmuckstücke fertigen zu können. Armreifen zum Beispiel – mal nicht gestrickt, sondern gewalzt. Oder Drähte für Fassungen... Es bleibt also spannend in der Kettenherz-Werkstatt.



